"Roman von Helga Schmitt-Federkeil -   Philosophischer Exkurs in die Welt des Alltäglichen"

„Lila Kuh mit Ringelsöckchen“

Auch wenn sie es anfangs ein wenig schwer hatte, sich gegen die Malerei und Bildhauerei durchzusetzen: Heute darf sich die Fotografie mit Fug und Recht als Kunst bezeichnen. „Bildende Kunst“ ist der korrekte Begriff, der der künstlerischen Fotografie zuteil wird. Dabei geht es darum, die Realität auf Fotos nicht immer wahrheitsgetreu abzubilden, sondern sie zu interpretieren. Häufig sind solche künstlerischen Fotos Teil einer Serie, die teilweise erst im Zusammenspiel all ihrer Bilder verständlich wird. Auch im Labor oder am Computer können diese künstlerischen Fotos nachbearbeitet werden, der Künstler hat dabei freie Hand.

Foto statt Skizze

Bekannte Künstler, die sich eher anderen Kunstrichtungen widmeten, griffen ebenfalls auf die Technik der Fotografie zurück. So zogen zum Beispiel Edouard Manet, Paul Gauguin und Eugène Delacroix gerne auf den Fotoapparat zurück und verzichteten auf ihre üblichen Skizzen. Besonders Ende des 20. Jahrhunderts gewann die Fotografie immer mehr an Bedeutung und ihr Siegeszug ist bis heute nicht unterbrochen.

Ökonomisch wichtig

Auch preislich betrachtet wird deutlich, dass die Fotografie ihren Eingang in die Kunst gefunden hat. Für mehr als 4 Millionen Euro wurde das Foto „Rhein II“ von Andreas Gursky bei Christie´s in New York versteigert. Eine Umfrage des Instituts für Strategieentwicklung bestätigt, dass die Fotografie wirtschaftlich betrachtet mittlerweile zu den wichtigsten Kunstgattungen zählt. Hierbei haben sich zwischenzeitlich viele verschiedene Stilrichtungen entwickelt, zu denen zum Beispiel Industrie-, Architektur-, Mode- oder experimentelle Fotografie zählen.