"Roman von Helga Schmitt-Federkeil -   Philosophischer Exkurs in die Welt des Alltäglichen"

„Lila Kuh mit Ringelsöckchen“

SchmuckSeit Jahrtausenden liegt es in der Natur des Menschen, sich auf unterschiedlichste Weise zu „schmücken“. Bei einigen der aktuellsten Forschungsergebnissen ließ sich feststellen, dass Schmuck bereits vor 100.000 Jahren hergestellt wurde – das bezeugen Halskettenfunde aus der Altsteinzeit.

Während dieser Periode wurden die Kettenanhänger aus Steinen, Tierzähnen oder Schneckenhäusern hergestellt, auch Bernstein wurde bereits verwendet. Richtig interessant wurde die Schmuckherstellung in der Antike, als die Verarbeitungsmöglichkeiten verschiedener Metalle entdeckt wurden. Aus Bronze, Kupfer und Gold wurden nun Plättchen für größere Schmuckstücke, aber auch traditionelle Armreife oder Spangen hergestellt. Vor etwa 5000 Jahren wurden zusätzlich Edelsteine als Schmuckzusatz entdeckt. Ägypten war zu dieser Zeit Vorreiter in der Schmuck“branche“ und der Grundsatz „weniger ist mehr“ galt nicht; ägyptische Schmuckstücke strotzten nur so von Gold, Perlen und Edelsteinen.

So entwickelte sich die Schmuckherstellung stetig weiter, bis im Viktorianischen Zeitalter, das bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts andauerte, ein weiterer Meilenstein erfunden wurde: Schmucksteine konnten von nun an auch synthetisch hergestellt werden. Das war insofern prägnant, da nun nicht mehr nur der reiche Adel prunkvollen Schmuck tragen konnte, sondern sich auch die Damen des Volkes angemessen schmücken konnten. In der heutigen Zeit ist schmucktechnisch alles erlaubt, was gefällt. Körperschmuck ist in sämtlichen Formen, Farben zu finden und aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Piercings erfreuen sich einer ungebrochenen Beliebtheit, durch Eheringe wird die Zusammengehörigkeit demonstriert und auch aus dem Alltag ist Schmuck, besonders bei Frauen, nicht mehr wegzudenken. Damit wird eine jahrtausendealte Tradition fortgeführt, die weltweit in allen Ländern, bei allen Religionen und zu allen Zeiten zu finden war, ist und vermutlich immer sein wird.

Foto: Ute Mulder/pixelio.de