"Roman von Helga Schmitt-Federkeil -   Philosophischer Exkurs in die Welt des Alltäglichen"

„Lila Kuh mit Ringelsöckchen“

Art BrutArt Brut ist eine Kunstrichtung, die sich in der Kunst etablieren konnte, obwohl sie durch Menschen entstanden ist, die in der Gesellschaft immer wieder um Recht und Anerkennung kämpfen müssen.

Die Künstler dieser Werke sind Autodidakten, die an einer psychischen Krankheit leiden und durch ihre Kunstwerke, abseits der kulturhistorischen Tradition, ihren Gefühlen Ausdruck verschaffen. „Art Brut“ nahm ihren Anfang im Jahre 1922, als Hans Prinzhorn als Kunsthistoriker und Arzt einen Bildband veröffentlichte, der Zeichnungen, Malereien und Plastiken von Anstaltsinsassen beinhaltete.

Sammlung Prinzhorn – der historische Bestand

Die Sammlung Prinzhorn ist ein Museum für Kunst von Menschen mit psychischen Ausnahmeerfahrungen. Ihr bekannter historischer Bestand umfasst ca. 6000 Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde, Skulpturen, Textilien und Texte, die Insassen psychiatrischer Anstalten zwischen 1840 und 1945 geschaffen haben. Dieser weltweit einzigartige Fundus wurde zum größten Teil von dem Kunsthistoriker und Psychiater Hans Prinzhorn (1886–1933) während seiner Zeit als Assistenzarzt an der Psychiatrischen Klinik der Universität Heidelberg zusammengetragen. Seit 1980 wächst die Sammlung erneut durch Kunst von Psychiatrie-Erfahrenen. Dieser neuere Bestand umfasst mittlerweile ca. 14.000 Werke.

Das Museum Sammlung Prinzhorn – Ausstellungen und Forschung

Das Museum zeigt jährlich drei bis vier thematische Ausstellungen. Ziel des Museums ist es, zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankung beizutragen. Über Kontextualisierung und Deutung künstlerischer Werke, die von psychischen Ausnahmeerfahrungen und ihren gesellschaftlichen Folgen geprägt sind, leistet es einen Beitrag zur Inklusion betroffener Menschen. Als Teil des Universitätsklinikums Heidelberg versteht sich das Haus aber nicht nur als Museum und Ausstellungsort, sondern auch als wissenschaftliche Einrichtung, die das Schicksal der hier vertretenen Künstler und Künstlerinnen, ihre Werke und übergeordnete Fragestellungen erforscht. Deshalb können Wissenschaftler, Künstler und andere fachlich Interessierte nach Absprache Einsicht in Archiv- und Depotbestände des Museums erhalten. Für Auskünfte und Informationen stehen die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museums gerne zur Verfügung. Weitere Informationen unter:
www.sammlung-prinzhorn.de
Mit einer Auswahl von rund 120 Werken gibt die Ausstellung „Das Wunder in der Schuheinlegesohle“ einen beeindruckenden Überblick der von Hans Prinzhorn zusammengetragenen historischen Heidelberger Sammlung.

Red.: Museum Sammlung Prinzhorn Heidelberg
Foto: August Natterer, Satana, 1911, © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Museum Sammlung Prinzhorn
Das Wunder in der Schuheinlegesohle.
Eine Auswahl der Sammlung Prinzhorn30.4. – 16.8.2015
Vernissage29.4., 19.00 Uhr